kleine Pausen – große Wirkung
Sabine Willmann – Inhaberin des Santosa Yoga Studios in München-Giesing
Viele verbinden Meditation mit langem Sitzen, absoluter Stille oder einem „leeren Kopf“. Doch gerade im Alltag – zwischen Arbeit, Verpflichtungen und vielleicht auch Erschöpfung – wirkt Meditation oft ganz anders: kleiner, einfacher und dafür umso kraftvoller!
„Ich würde ja gern meditieren, aber ich habe keine Zeit oder kann nicht abschalten.“
In meinem Yogastudio erlebe ich immer wieder, dass Teilnehmer:innen sagen: „Ich würde ja gern meditieren, aber ich habe keine Zeit oder kann nicht abschalten.“
Die gute Nachricht: Genau dafür ist Meditation gemacht.
Meditation bedeutet nicht, nichts zu denken! Meditation ist eine bewusste Arbeit mit dem Geist. Vielmehr geht es darum, die Aufmerksamkeit bewusst zu lenken – zum Beispiel auf den Atem, den Körper oder einen Moment im Hier und Jetzt. Die Gedanken sind weiter da, doch sie bekommen eine Richtung und rasen nicht von einem um anderen. Durch die Konzentration entsteht nach und nach mehr Ruhe.
Wissenschaftlich gesehen passiert dabei etwas Spannendes:
Das Nervensystem wechselt vom Stressmodus (Sympathikus) in den Entspannungsmodus (Parasympathikus). Das wirkt sich sofort auf unseren Körper aus. Verspannungen werden leichter, innere Unruhe nimmt ab, wir atmen gleichmäßiger.
Studien zeigen, dass regelmäßige Meditation Stresshormone wie Cortisol senken kann. Hormone haben einen Einfluss auf unser ganzes Körpersystem, wie z.B. Temperatur, Verdauung und noch viel mehr.
Gleichzeitig werden Bereiche im Gehirn gestärkt, die mit Aufmerksamkeit, Emotionsregulation und Selbstwahrnehmung zusammenhängen.
Das bedeutet: Meditation ist kein Luxus – sie ist ein Werkzeug.
Gerade wenn wir erschöpft sind, haben wir oft das Gefühl, noch „funktionieren“ zu müssen. Wir verlieren den Überblick und sind nur noch im reagieren, statt im bewusst handeln. Meditation setzt genau hier an:
Bei Stress
Durch bewusstes Innehalten wird der Kreislauf aus Gedanken, Druck und Anspannung unterbrochen. Schon wenige Minuten können helfen, innere Distanz zu gewinnen.
Bei Stress
Meditation ersetzt keinen Schlaf – aber sie kann wie eine tiefe Pause für das Nervensystem wirken. Viele berichten, dass sie sich danach klarer und weniger „leer“, dafür ausgeglichener fühlen.
Bei Gedankenkarussell
Anstatt Gedanken zu stoppen, lernen wir, sie zu beobachten. Gedanken sind nicht schlecht! Es ist nur hilfreich zu wissen, dass sie steuerbar sind. Das schafft Raum – und oft auch überraschend viel Ruhe.
Der Schlüssel liegt nicht in Perfektion, sondern in Umsetzbarkeit. Niemandem hilft es, sich ein großes Meditationsprogramm vorzunehmen, das nichtwirkt, weil wir es nicht umsetzen können. Meiner Meinung nach, ist Meditation immer möglich – wenn wir sie in den Alltag integrieren und ihr so auf Dauer immer mehr Zeit geben, um zu wirken. Hier sind einfache Wege, wie du Meditation in deinen Tag integrieren kannst:
1. Die 3-Minuten-Atem-Pause
Setz dich hin, schließe (wenn möglich) die Augen oder richte den Blick nach innen und beobachte deinen Atem. Wo fühlst du ihn im Körper? Kannst du ihn hören? Welchen Rhythmus hat der Atem? Bleibt er immer gleich oder verändert er sich? Bleib mit Deiner Aufmerksamkeit ganz bei Deinem Atem. Wenn Du abschweifst, sei nett mit dir, denn das ist ganz normal. Komm immer wieder zum Atem zurück.
Stell dir am besten einen Timer, so dass du daran nicht denken musst.
Perfekt zwischen Terminen oder nach der Arbeit!
2. Achtsamkeit im Alltag
Meditation muss nicht immer still sein. Achtsamkeit ist hier der Schlüssel, so dass du alltägliches zu etwas besonderem machst und dabei entschleunigst:
Das ist gelebte Meditation!
3. Mini-Rituale schaffen
Verbinde Meditation mit etwas, das du ohnehin machst:
So wird Meditation zur Gewohnheit, nicht zur Aufgabe!
An den Wochenenden kannst du tiefer mit uns in verschiedene Themen aus dem Bereich Yoga eintauchen. Erfahre mehr über die einzelnen Yogahaltungen (Asanas), Meditation und Atemübungen (Pranayama). Tauche gemeinsam mit uns ein in Yogaphilosophie und lass dich inspirieren.
Unser Angebot ist vielfältig, denn wir möchten dir die damit die Vielfältigkeit des Yoga näher bringen.
Wenn du bereits unsere Yogastunden besuchst, hast du den wichtigsten Schritt schon gemacht:
Du nimmst dir Zeit für dich.
Vielleicht ist Meditation einfach die Verlängerung davon – nicht als zusätzliche Aufgabe, sondern als kleine, ehrliche Pause im Alltag.
Starte heute mit 2 Minuten und mit etwas, das dir leicht fällt. Nicht perfekt, sondern einfach umsetzen und in dein Leben integrieren.
Wir begleiten dich gern dabei. Du kannst uns im Yogastudio immer ansprechen.
Nimm Dir Zeit für Dich!
Brauchst Du Unterstützung dabei, Meditation in Deine Yogapraxis oder Deinen Alltag zu integrieren?
Schreib mir gerne an sabine@santosayoga.de und wir finden einen gemeinsamen Weg.
Über die Autorin:
Sabine Willmann ist die Leiterin des Santosayoga-Studios in München-Giesing. Sie ist fest davon überzeugt, dass Yoga glücklich und zufrieden macht! Ihr Yogaweg begann 2008. Bereits seit 2016 leitet sie das Yogastudio in München.